HOFERS NACHT


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Warten auf „Hofers Nacht"

Florian Bramböck und Alois Schöpf

schrieben anlässlich eine Oper

Zwei in der Blasmusikszene wohlbekannte Musiker planten einen wahren Coup und durchleben nun die aufregenden Wochen seiner Verwirklichtung: Florian Bramböck komponierte eine Oper auf Texte von Alois Schöpf. „Hofers Nacht" ist eine Auftragsarbeit des Tiroler Landestheaters anlässlich des Gedenkjahres 2009. Die einaktige, ca. 70 Minuten dauernde Oper kommt am 5. April in den Kammerspielen heraus, weitere Termine: 18., 29. April, 24. Mai, 5. Juni. „Ich wollte", erzählt Alois Schöpf, „mit Florian Bramböck, den ich über seinen Vater, meinen Dirigierlehrmeister Andreas Bramböck, schon lange kenne und mit dem ich bereits bei der Weltausstellung in Hannover im Jahre 2000 zusammen gearbeitet habe, seit ewigen Zeiten eine Oper machen und zwar über Andreas Hofer.
Als ich ihn vor zwei Jahren bei den Innsbrucker Promenadenkonzerten traf, fragte ich ihn, ob wir jetzt, da das Jahr 2009 herankomme, nicht endlich das Projekt in Angriff nehmen sollten." Florian Bramböck hatte bereits einen Auftrag vom Landestheater und es kam zur Zusammenarbeit. Schöpf begann mit der Lektüre: „Die Hofer-Zeit ist durch mehrere Autoren bestens beschrieben worden und gut erforscht. Zwei Überlegungen wurden bei der Recherche immer wichtiger: Ich hatte nicht die Absicht, dem Andreas Hofer als Helden, Fundamentalisten, Macho, Säufer, Zweifler noch einen weiteren vielleicht als Schwulen oder als Taliban hinzu zu fügen ... Und wie sollte ich je einen Andreas Hofer, den ich niemals kennen gelernt habe und der schon seit 200 Jahren tot ist, verstehen können und ihm gar als Autor Worte in den Mund legen? Ich hätte es als ein Obszönität empfunden, hier auch nur irgendetwas zu erfinden und zu dichten." Schöpf montierte das Libretto ausschließlich aus dokumentarischem Material – vorhanden sind ja Briefe, Handzettel, Befehle, Urteile, Gerichtsakten, Beschreibungen und Aufzeichnungen. „Um auch die Montage noch zu hinterfragen und zu ironisieren, wählte ich das Genre der Moritat, die ja mit Ausnahme einer zentralen Figur, die Thema des Vortrags ist, nicht Personen vorstellt, sondern Typen und Strukturen. Als günstig erwies sich auch die poetische Kraft der alten Texte, die durch ihre antiquierte Sprache mehr erzählen als manch noch so gelehrter historischer Exkurs." „Hofers Nacht" besteht aus eine Reihe von Szenen, betitelt zum Beispiel „Hofer war ein schöner Mann", „Hofer vom Goldenen Adler herab", „Perückengeschichte", „Hofer vogelfrei", „ADE du schnöde Welt" usw. In Stichworten umreißt Bramböck auch seine Musik: Tonal, freitonal, rhythmushaltig, (hoffentlich) sanglich und eingängig, stimmungsschaffend, stimmungswidergebend.

Die Oper ist fertig, nun ist Norbert Mladek an der Arbeit, der sich nicht nur eine Inszenierung, sondern auch das Bühnenbild und die Kostüme ausdenkt. Bramböck hoffnungsfroh: „Ich freu mich darauf!" Textdichter Schöpf wortreicher: „Ich freue mich auf ein hoffentlich hochdramatisches, witziges, groteskes und dennoch bewegendes Musiktheater. Da ich an die kompositorische Kraft Bramböcks und an die Faszination der modernen Musik glaube, würde mich ein Publikumserfolg nicht überraschen."  

Ursula Strohal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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